Die Familie hält Rat

Wie findet man in einer Familie Regeln, mit denen alle einverstanden sind? Eine gute Möglichkeit ist der Familienrat.

Hier einige Tipps für eine gemeinsames Regel-Finden:

  • Vereinbaren sie einen festen Termin, an dem sich die ganze Familie trifft. Zum Beispiel alle zwei Wochen sonntagsmorgens.
  • Legen sie gemeinsame Regeln für den Familienrat fest: Alle lassen sich ausreden, kommen pünktlich, sagen ehrlich ihre Meinung und machen mit.
  • Wenn der Familienrat tagt, darf erst einmal jeder sagen, über was er reden möchte.
  • Dann legt der Familienrat gemeinsame Regeln fest: Zubettgeh-Zeiten, einen Küchendienstplan, Aufräumregeln für das Kinderzimmer... Lieber weniger und vor allem Machbares vereinbaren!
  • Schreiben sie ihre Familienregeln auf ein buntes Papier, kleinere Kinder können die Regeln auch malen. Hängen sie ihren Familienplan gut sichtbar auf!

 

Benjamin Elternbrief 2/2007

 

ZUM SCHMUNZELN

 

Das elfte Gebot

Heute geht es wieder rund bei uns. Irgendwie sind die Kinder aufgekratzt ohne Ende. Jonathan und Franziska fegen durch das Haus, als wären sie von der Tarantel gestochen. Dabei wollten wir doch heute wieder so schön miteinander kochen. Da - schon hör ich von oben aus einem der Kinderzimmer wieder Geschrei! Jetzt hat es Jonathan erwischt. "Du blöde Kuh", brüllt er seine Schwester an, "du kannst mir doch nicht einfach das Buch auf den Kopf hauen!" Er ist in Rage. Aber bevor er jetzt noch einen Zappen drauflegt, greife ich doch lieber ein. Ich flitze im Eiltempo die Treppen hoch und kann gerade noch verhindern, dass Jonathan seine Schwester in den Schwitzkasten nimmt. So ein bisschen Rache für die Buch - Attacke. "Lass sofort die Franziska los!", herrsche ich ihn an. Manchmal kann ich nämlich richtig autoritär sein. Und das tut dann gut. Mir vor allem. Jetzt wendet sich Jonathans Zorn gegen mich: "Du warst doch gar nicht hier!", ruft er voller Empörung. "Du hast ja gar nicht gesehen, was sie gemacht hat! Und dann brüllst du mich an!" Ich versuche ruhig zu bleiben. Doch Jonathans Zornvist nicht sovschnell verraucht. "Ungerecht bist du!", ruft er, "jawohl, ungerecht und gemein! Du bist ein ganz gemeiner Papa!" Also, das reicht mir jetzt. Beleidigen lassen mag ich mich nicht. "Mein lieber Sohnemann!", sage ich invernstem Ton. "Duvkennst doch wohl das vierte Gebot, oder?" Er spielt den Bockigen. "Nein!" "Na, dann sagvich es dir, wie es heißt: Du sollst Vater und Mutter ehren!" Sein Zorn ist noch nicht verfolgen. Aber sein Schalkvblitzt langsam schon auf. "Wenn du mir schon eines der Gebote vorhältst, dann vergiss wenigstens nicht das elfte Gebot!" Ich stutze. "Das elfte?" "Ganz einfach", sagte Jonathan und grinste mich plötzlich an. "Es heißt: Du sollst deinen Sohn nicht stören, wenn er seine Schwester in den Schwitzkasten nimmt!"

 

Christoph Fasel