Konzept

 

Jesus sprach: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihnen gehört das Himmelreich. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht das Himmelreich sehen. Und er herzte sie und legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

                                                                                                                      Markus 10, 13-15

 

 

Team                                   Träger

 

der Evangelischen Kindertagesstätte Ernstroda

 

 

 

Gabriele Möller                 Cindy Havelberg

Leiterin                                Pastorin

 

 

 

 

 

Gliederung

 

1.        Warum das Konzept immer wieder neu?

1.1.      Kinder wachsen heute anders auf!

 

2.         Unser Träger

 

3.         Unser Haus

3.1.      Aktionsbereiche, Räume und Materialien

 

4.         Gemeinschaft der Kinder und Erwachsenen

4.1.       Die Kindergemeinschaft

4.1.1.    Die Zwerge – Krippenbetreuung

4.1.2.    Die Käfer

4.1.3.    Die Füchse

4.1.4.    Der Vorschulclub  

4.2.       Das Mitarbeiterteam

4.2.1.    Unsere pädagogische Arbeit

4.3.       Die Eltern

 

4.4.       Regeln des Zusammenlebens

4.5.       Unser Tagesablauf

4.6.       Die Kinderversammlung

4.7.       Portfolio und Entwicklungsbeobachtung

4.8.       Projektarbeit

4.9.       Ausflüge

4.10.     Kuratorium

4.11      Patenschaft und Kooperationen

4.12      Öffentlichkeitsarbeit

 

5.         Das Spiel - Aktivität und Quelle des Lernens

5.1.      Spielarten

 

6.         Lernen in unserer Kita

6.1.      Sprache & schriftsprachliche Bildung

6.2.      Motorische & gesundheitliche Bildung

6.2.1.   Bewegung heißt Entwicklung

6.2.2.   Gesundheit & Körperpflege

6.2.3.   Gesunderhaltung durch Kneipp

6.2.4.   Mahlzeiten

6.2.5.   Ärztliche Begleitung

6.3.      Naturwissenschaftliche & technische Bildung

6.4.      Mathematische Bildung

6.5.      Musikalische Bildung

6.6.      Künstlerisch gestaltende Bildung

6.7.      Soziokulturelle, Moralische & Religiöse Bildung

6.7.1.   Rituale und Orientierung

6.7.2.   Feste und Feiern

           

Anhang: Was Kinder im Kindergarten lernen / Artikel aus Fachzeitschrift TPS

 

 

 

1.Warum das Konzept immer wieder neu?

 

Unser Konzept ist unsere Arbeitsgrundlage. Es wird jährlich überarbeitet.

Nichts bleibt wie es ist. Alles unterliegt der Veränderung und das ist gut so, denn Veränderung ist etwas Lustvolles. Sie hält uns alle lebendig und bringt uns voran!

Kein Jahr ist wie das andere, Sichtweisen, Blickwinkel, Rahmenbedingungen, Gesetze, Menschen und deren Tun verändern sich. So hat sich auch der wissenschaftliche Stand der Erkenntnisse zu frühkindlichen Bildungs-prozessen in den letzten Jahren stark verändert.

Diese neue Sicht besonders auf die Selbstbildungs- prozesse der Kinder verlangt vor allem auch im Elementarbereich veränderte Arbeitsweisen.

 

Unserem Konzept zu Grunde liegen der „Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre“,

„Der Bildungsauftrag von Kindereinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft“, unsere eigenen Erfahrungen, Vorstellungen, Ziele von der Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern.

 

 

1.1. Kinder wachsen heute anders auf

 

Die Lebenswelt der Kinder hat sich im Zuge der allgemeinen gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten drei Jahrzehnten entscheidend verändert. Kindheit heute unterscheidet sich in vielfacher Hinsicht von der Kindheit, die heutige Erwachsene selbst erlebt haben. Früher organisierten sich Kinder ihr Spiel selbst, ohne Einmischung von Erwachsenen. Sie knüpften selbstständig Beziehungen zu anderen Kindern. Ein Spielplatz war von den Kindern allein zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Die Natur selbst stand als Spielpartner zur freien Verfügung. Wiesen, Wälder, Bäche boten vieles zum Bauen und Spielen an. So waren Bewegungsmöglichkeiten in naturnaher Umgebung selbstverständlich.

Systeme von Großfamilien und Nachbarschaft ließen Kinder in einem vertrauten sozialen Verband aufwachsen.

Heute finden wir unterschiedliche Lebensformen, kleine Familien, nur ein erziehendes Elternteil und Patchworkfamilien. Heute sind Kinder oftmals gezwungen, sich in der Wohnung wie auf einer Inseln, im eingezäunten Kindergarten oder auf anderen begrenzten Spielplätzen aufzuhalten, da auch dörfliche Straßen und Plätze keinen geeigneten und sicheren Spielraum mehr bieten. Wiesen, Wälder und Bäche sind oft ebenfalls tabu. Wege werden meistens mit dem Auto zurückgelegt. Freizeitangebote von Sport- und Musikvereinen füllen die Spielzeit der Kinder. Fernsehen, Computer und andere Medien fungieren als Freizeitgestalter.

Wir möchten ein Ort sein, der einen angemessenen Ausgleich oder eine Entsprechung zu ihren sonstigen Lebensmöglichkeiten bietet.

In unserem Kindergarten schaffen wir so viele Freiräume wie möglich, um unseren Kindern das zu bieten, was sie brauchen, damit sie ihrem inneren Entwicklungsmotor folgen können.

 

 

Im Mittelpunkt unserer Arbeit

steht Ihr Kind,

seine Wünsche,

Bedürfnisse,

Entwicklungsschritte,

Besonderheiten,

Begabungen,

als Akteur seiner Entwicklung.

 

 

2. Unser Träger

 

Unsere Tageseinrichtung für Kinder der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Ernstroda-Cumbach sind für Familien gleich welcher Religion oder Glaubensrichtung und ohne Konfession offen. Wir respektieren und achten unterschiedliche Einstellungen und Auffassungen zum Glauben. Die Grundlage unserer Arbeit ist das christliche Menschenbild. Drei Kernaussagen kennzeichnen dieses Menschenbild.

 

  • Jeder Mensch ist ein einmaliges Geschöpf Gottes, mit allen Stärken und Schwächen.
  • Jeder Mensch soll sich selbst lieben, wie seinen Mitmenschen.
  • Gott lädt die Menschen ein, das Fest des Lebens zu feiern.

 

Mit der hohen Verantwortung, die die Kirchgemeinde als Träger unserer Einrichtung übernommen hat, ermöglicht sie uns auch das Angebot der christlichen Erziehung. So sind wir mit unserem Erziehungs- und Bildungsauftrag in das Leben unserer Kirchgemeinde einbezogen und machen die Kinder mit dem christlichen Leben und Handeln bekannt und vermitteln ihnen die christliche Tradition. Die Kinder erfahren in kindgemäßer Form Inhalte des christlichen Glaubens, vor allem in Wort, Lied, Gebet, Spiel und bei der Feier kirchlicher Feste. Wir nehmen jedes Kind, wie es ist. Es erfährt in unserer Gemeinschaft Liebe, Anerkennung, Geborgenheit. Nächstenliebe bestimmt unser Tun. Unsere Kinder sollen erfahren, jeder ist wichtig, von Gott geschaffen und gewollt.

In unserer Gemeinschaft stehen Geburtstage unter dem Motto: „Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst“. Diesen besonderen Tag wollen wir im Rahmen des Kita-Alltags für das Kind individuell gestalten. Das Kind überlegt schon einige Tage vor seinem Geburtstag, was es gern mit seinen Freunden tun möchte und wie dieser Tag besonders schön werden könnte. Tagtäglich erleben wir mit den Kindern Gottes wunderbare Schöpfung hautnah. Wir lernen sie zu entdecken, zu achten, zu bewahren und dankbar für sie zu sein. Der Träger, die Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Ernstroda-Cumbach, insbesondere der Gemeinde-Kirchenrat nimmt alle Rechte und Pflichten zum Betreiben unserer Kindereinrichtung wahr. Beraten wird der Träger durch das Kreiskirchenamt Gotha, die Thüringer Landeskirche und das Diakonische Werk Eisenach.

 

 

3. Unser Haus

 

Unsere Kindertagesstätte wurde 1990/91 von der bürgerlichen Gemeinde Ernstroda für 60 Kinder neu gebaut. Zu dieser Zeit waren alle Plätze in den drei Kindergarten- und der Krippengruppe voll besetzt. Seit September 1994 ist die Evangelisch–Lutherische Kirchgemeinde Ernstroda Träger unserer Einrichtung. Wir sind die einzige Einrichtung für unseren Ortsteil und den Ortsteil Cumbach mit ungefähr 1000 Einwohnern. Die Kinder, die wir betreuen kommen zum überwiegenden Teil aus alteingesessenen Familien und aus Familien, die ihr neues Zuhause 2003/2004 im schönen Wohnbaugebiet unserer Gemeinde gefunden haben. Heute betreuen wir auch Kinder aus dem Umland, wie den Gemeinden des Leinatales, aus Tabarz und natürlich aus der Kernstadt Friedrichroda.

Unsere Einrichtung liegt an einer ruhigen Anliegerstraße in Waldnähe und ist für Eltern gut erreichbar. Das Haus ist einladend und großzügig konzipiert. Helle freundliche Räume laden zum Verweilen ein. Die Kinder nehmen im Kindercafe ihre Mahlzeiten ein. Sie können sich in ver-schiedenen Funktionsräumen, im Bewegungsraum, in der Bibliothek, in der Computerecke betätigen. Im Kinder-cafe finden die Kinder Platz zum malen, basteln, kneten, puzzeln und spielen von Gesellschaftsspielen. Im Flur steht den Kindern ein Lernspielbereich zur Verfügung. In der oberen Etage befindet sich der Bereich der Füchse und des Vorschulclubs, zum Spielen, Lernen, Schlafen. Unsere Jüngsten werden im geschützten Raum der Zwergengruppe betreut.

Von jedem Gruppenraum gelangt man auf unsere weiträumige Außenanlage mit Klettermöglichkeiten, Rutschen, einer Nestschaukel, einer Baustelle, einem Weidentunnel, Sand– und Grasflächen, Holzhäuschen und Sitzgelegenheiten.

Unser Gartenbeet und die Kräuterreifen pflegen wir gemeinsam mit den Kindern.

 

 

3.1. Aktionsbereiche, Räume und Materialien

 

Kindercafe mit Kinderküche

 

  • Raum für Begegnung, Essen, Gespräche
  • Versammlungsraum für Erzieher und Eltern
  • Raum für Geburtstagsfeiern und Feiern des Jahreskreises
  • Möglichkeit zum Backen und Kochen
  • Bereiche zum kreativen Tun mit dem unterschiedlichsten Materialien
  • Spielbereich für Tischspiele, Puzzle, Gesellschaftsspiele

 

 

Bibliothek       

 

  • Bücher aus verschiedenen Bereichen für Kinder z.T. frei zugänglich und frei verfügbar mit Bereich zum Schauen, Lesen, Unterhalten
  • Bücher und Fortbildungsmaterial für Erzieher
  • Regel: Bücher sind wertvoll, wir gehen sorgsam damit um!

 

 

Computerecke

  

  • Computerarbeitsplatz für 2 Kinder mit Lernsoftware
  • Benutzung nach Absprache
  • zeitliche Begrenzung pro Kind 2 x 30 min pro Woche (Liste)
  • Einführungskurs Computer ( Ein– und Ausschalten, Hoch- und Runterfahren, Umgang mit Tastatur, Vermittlung gut ausgewählter Lernspiele)
  • Computer, als Medium unserer heutigen Zeit kennen lernen und nutzen
  • Kinder helfen sich gegenseitig (Lehrling, Geselle, Meister)
  • Computerarbeitsplatz der Erzieher

 

 

Krippenraum derZwerge

 

  • geschützter Raum für Kinder zwischen 1 und 2/3 Jahren, mit Rahmenbedingungen und Materialien, die für die Entwicklungen von Kindern in diesem Alter wichtig sind
  • zwei feste Erzieher betreuen diese Kinder als Hauptbezugspersonen

 

 

Spiel-, Lern- und Schlafraum der Käfer      

          

  • Bau - und Konstruktionsmaterial verschiedenster Art zum flächigen und körperlichen Bauen (Holzbausteine,Legosteine,Steckbausteine, Kisten,

       Naturmaterial, Abfallmaterialien, Papprollen …)

  • Zusatzmaterialien, um die Baustelle und die Bauwerke mit Leben zurfüllen (kleine Fahrzeuge, Baufahrzeuge, Tiere, Püppchen, Geschirr,           Möbel, Naturmaterial, Papier …)
  • Rückzugsecke mit Büchern
  • Puppenecke, Freispielbereich mit Kinderküche, Puppen, Verkleidungs- u. Zusatzmaterial,
  • Spielhaus, zweite Ebene ist eine Ruhehöhle zur ruhigen Beschäftigung und Spiel
  • REGEL: 4 Kinder dürfen hinauf, aber keine Hocker + Stühle

 

 

Flurbereich    

 

  • Bereich zum Ankommen und Informieren
  • Elternbibliothek
  • Bereich für Ausstellungen
  • Spielbereich (nach Absprache)

 

 

Lernwerkstatt im Flurbereich    

 

  • Platz zum Spielen mit didaktischem Material, mit Legespielen, Fädelspielen, Steckspielen, Puzzeln, mit Würfelspielen, Perlen, Lernspielen...
  • Platz mit Mikroskop, Lupen, Pinzetten, Magnete, Waage, Behältnisse… zum Erkunden und Experimentieren
  • Material zum Vergleichen, Sortieren, Zählen

 

 

Küche            

 

  • Raum zum Kochen und Backen
  • Möglichkeiten zum Experimentieren

 

 

Bewegungs-,Musik-, Spiel-, Feierraum (Mehrzweckraum)

 

  • Raum für unterschiedlichste frei gewählte und ge-zielt geplante Bewegungen und Bewegungsabläufe
  • Raum für Fantasie
  • Raum zum Singen, Tanzen, Musizieren
  • Bewegungsbaustellen selbst planen, bauen und benutzen
  • Bewegung nach Musik
  • Sportspiele, Kreis –und Singspiele
  • Rhythmikmaterialien (Tücher, Bänder, Kugeln…)
  • Balancierstraße, Trampolin
  • Bälle, Reifen, Keulen, Stäbe, Bänke, Tücher, Decken, Seile,
  • Entspannungsübungen, Massagen, Fußgymnastik
  • Platz für Rhythmik- und Melodieinstrumente
  • Raum zum Video schauen (sehr selten)

 

 

 

Aktionsraum im Obergeschoss  

 

  • Raum der Füchse und des VSC zum Spielen, Lernen, Ruhen
  • mit Notrutsche, die wir öfter ausprobieren

 

 

 

Mitarbeiterraum

 

  • Versammlungs-, Pausen- und Arbeitsraum
  • Raum für Elterngespräche
  • Materialraum

 

 

Innenhof  

    

  • Spiel- und Sportbereich (Sommerzeit)

 

Außenspielbereich

 

  • großzügiger Garten mit Sandspielbereichen, Klettermöglichkeiten
  • Pflasterwege zum Fahren mit Fahrzeugen
  • Bau– und Rollenspielmöglichkeiten
  • Rückzugsecken, Weidentunnel
  • Gartenbeet und Kräuterreifen
  • Wasserspielbereich, Sitzgelegenheiten, Sonnenschutz

 

 

4. Gemeinschaft der Kinder & Erwachsenen

 

Unsere Gemeinschaft besteht aus den uns anvertrauten Kindern, den Erziehern, den technischen Mitarbeitern und den Eltern. Wir sind die Kinder und Mitarbeiter und Eltern der Evangelischen Kindertagesstätte Ernstroda. Wir sind miteinander und füreinander da. Wir alle brauchen Liebe, Geborgenheit, Freundschaften, Geduld, Ermutigung, Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Respekt, Achtsamkeit, Sicherheit, Vertrauen, täglich ein Lächeln und mindestens ein gutes Wort. Das wollen wir uns auch gegenseitig geben.

Wir nehmen jeden an, mit seinen Stärken und Schwächen, so wie Gott uns annimmt.

Unser Blick richtet sich auf die Stärken, die jeder Mensch in sich trägt.

 

 

4.1. Die Kindergemeinschaft

 

 

Im Kindergartenbereich bilden sich, während der offenen Freispielzeit, innerhalb der Kindergemeinschaft verschiedene kleine Interaktionsgruppen. Unsere Kinder können dann selbst bestimmt tätig werden, nach eigenen Interessen und Fantasien, aber im Rahmen der für alle aufgestellten Absprachen und Regeln. Es gibt aber auch Aktionen, Projekte und Angebote, an denen alle Kinder bzw. Kinder der einzelnen Stammgruppen teilnehmen.

Im Interesse des sozialen Lernens der Kinder werden wir uns stärker zurücknehmen, uns möglichst wenig einmischen und nicht ständig regulierend eingreifen. Die Kinder sind „Akteur ihrer Entwicklung“ (Montessori) im Interesse ihres eigenen sozialen Lernens.

 

 

 

4.1.1. Die Zwergengruppe - Krippenbetreuung

 

In unserer Zwergengruppe finden Kinder ab einem Jahr einen geschützten und relativ geschlossenen Raum. Dort betreuen zwei Erzieherinnen unsere Kleinen liebevoll. Sie begleiten ihre Aktivitäten sprachlich angemessen, entsprechen ihrem Bewegungs- und Handlungsdrang und nehmen sich Zeit und Geduld, um ihren besonderen entwicklungsbedingten Bedürfnisse gerecht zu werden.

Es bieten sich aber auch wichtige Begegnungs-möglichkeiten der Kleinen mit älteren Kindern, wenn diese zum spielen kommen. Die Jüngsten können „ausfliegen“ in andere Aktionsbereiche, zuerst mit Begleitung der Erzieherin, später auch allein. So gestaltet sich der Übergang ins große Haus allmählich und gleitend. Erzieherinnen und Eltern sind im ständigen Austausch über Befindlichkeiten und Entwicklungen unserer Kleinsten.

Wir nehmen uns ausreichend Zeit mit den Eltern während eines Aufnahmegesprächs über ihr Kind, seine Gewohnheiten, Bedürfnisse und Lebensumstände zu sprechen.

Die Eingewöhnungszeit beträgt bei uns zwei Wochen. Sie findet auf Wunsch mit den Eltern statt und wird sich bei jedem Kind individuell unterschiedlich gestalten.

 

 

4.1.2. Die Käfer

 

Die Käfer, Kinder im Alter von 2/3 - 4 Jahren werden von zwei Erzieherinnen betreut. Die kleinen Käferchen nehmen wir natürlich verstärkt an die Hand, begleiten sie und helfen ihnen sich besser im freien Miteinander zurecht zu finden. Der Aktionsraum der Käfer zum Spielen, Lernen und Schlafen liegt vorzugsweise im Bauraum mit Puppenstübchen und im Kindercafe im Erdgeschoss unseres Hauses.

 

 

4.1.3. Die Füchse

 

Die kleinen Füchse, Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren, finden ihren Spiel-, Lern- und Schlafraum gemeinsam mit den Kindern des Vorschulclubs im Obergeschoss unseres Hauses. Beide Stammgruppen werden von je einer Erzieherin betreut. Es wird gemeinsame Spiel- und Aktionszeiten beider Gruppen geben. Um Ruhe und Freiräume für die Kinder zu schaffen, werden beide Gruppen aber auch getrennte Aktionen erleben.

 

 

4.1.4. Der Vorschulclub

 

Für unsere Vorschulkinder, gibt es täglich Angebote, um Sprache, Bewegung, kreative Begabungen sowie das Bewusstsein für Mengen und die Lust am Experimentieren zu fördern. Die Vorhaben werden gemeinsam besprochen und Wünsche, Interessen und Vorlieben der Kinder berücksichtigt. Die Erzieherin plant und führt das Lernangebot mit allen Vorschulkindern durch. So können wir gemeinsam mit den Kindern auf einem speziellen Gebiet arbeiten und individuelle Bildungswege der Kinder besser gehen. Die verschiedenen Lernbereiche werden ineinander übergehen und sich gegenseitig vermischen. Unsere Vorschulkinder werden von einer Erzieherin betreut.

 

 

4.2. Das Mitarbeiterteam

 

 

Wir 8 Erzieherinnen, 2 technische Mitarbeiterinnen, 1 Hausmeister und 1 Mitarbeiterin im Büro arbeiten im Team. Ein gutes Miteinander, gegenseitige Hilfe und tägliche Absprache sind selbstverständlich und uner-lässlich. Für unsere Kinder wollen wir Ansprechpartner, Vertrauensperson und Vorbild sein und zu jedem Kind eine gute Beziehung aufbauen. Unsere berufliche Fortbildung ist für uns Erzieherinnen sehr wichtig. So lesen wir unter anderem die Evangelische Fachzeitschrift für die Arbeit mit Kindern „Theorie und Praxis der Sozialpädagogik“ und nehmen alle an jährlichen Fortbildungen teil. Aktuelle Bildungsdiskussionen ver-folgen wir interessiert.

Frau Möller, Leiterin der Einrichtung steht allen Kindern, Eltern und MitarbeiterInnen als Ansprechpartner zur Verfügung und hilft wo sie gebraut wird.

Jede Woche freitags kommen abwechselnd Frau Schwarz-Schertler, Kantorin unseres Kirchenkreises, und Herr Keul, Jugendwart im Kirchenkreis, zu uns, um mit uns zu singen und uns biblische Geschichten zu erzählen.

 

 

4.2.1. Unsere pädagogische Arbeit

 

Wir möchten Erprobungsfelder bieten für die Entfaltung von Kompetenzen aller Art und offen sein für Lebenserfahrungen der Kinder, die sich selbst bestimmen lernen und aktiv am Geschehen in der Kita beteiligen. Wir möchten das Besondere eines jeden Kindes achten und Offenheit im Kopf und Herzen leben.

Unsere Arbeit zielt auf eine möglichst große Erweiterung von Freiräumen – Spielräumen, Selbsttätigkeiten, Selbstbildung, Selbstständigkeiten und fordert zu selbst verantworteten Lebensgestaltungen heraus. Wir fragen: „Wo steht das Kind?“ – „Was braucht das Kind?“ – „Was will das Kind?“. Wir trauen unseren Kindern zu, Akteur und Baumeister ihrer Entwicklung zu sein. Wir bieten vorbereitete, selbst gestaltende und herausfordernde Umgebungen, Angebote für das Lernen und das Vorbild des Erwachsenen zur Orientierung. Wir treten mit den Kindern in Ko- Konstruktion.

 

 

4.3. Die Eltern

 

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit mit den Eltern steht das gemeinsame Bemühen um die Entwicklung und das Wohlbefinden der Kinder.

Mit unseren Eltern pflegen wir kontinuierlichen Kontakt in Form von kurzen Tür– und Angelgesprächen, Elternbriefen, Eltervertretensitzungen, Elternabenden. Wir wollen offen über Probleme sprechen, ehrlich zu einander sein, sachliche Kritik (positive und negative) üben.

Ein Austausch zwischen Eltern und Erziehern über die Entwicklung unserer Kinder ist jederzeit in einem Gespräch möglich. Sorgen und Probleme, die die Entwicklung eines Kindes betreffen, wollen wir so weit wie gewünscht gemeinsam tragen und versuchen zu lösen.

Unsere Eltern unterstützen uns bei Projekten und Festen.

Vertreten werden die Eltern durch den jährlich neu gewählten Elternrat.

 

 

4.4. Regeln des Zusammenlebens

 

In unserer Gemeinschaft gibt es Absprachen, Normen und Regeln für das Zusammenleben.

Sie werden gemeinsam festgelegt, immer wieder überdacht und aktualisiert.

Manche Regeln bestehen immer, andere sind Tätigkeits- und Raumabhängig, wieder andere bestehen nur kurze Zeit.

 

Regeln, die immer bestehen:

 

  • Wir begrüßen und verabschieden uns.
  • Essen-, Schlaf/Ruhe- und Aufräumzeiten gelten für alle!
  • Bei Alarm kommen alle Kinder an die Türen und folgen den Anweisungen! Die Kinder können selbständig die Türen öffnen und zum Sammelpunkt laufen.
  • Wir tun uns und anderen nicht weh, weder durch Worte noch durch Taten.
  • Wir spritzen mit Wasser nur im Freien, nicht im Haus, um Unfälle zu vermeiden.
  • Wir räumen gemeinsam auf.
  • Wir gehen sorgsam mit Büchern und Spielzeugen um.
  • Beim Spaziergang beachten wir die abgesprochenen Haltepunkte. HALT heißt halt – sofort stehen bleiben!
  • An der Straße bleiben wir einen Schritt vor der Straße stehen, schauen links, rechts, links, dann überqueren wir die Straße.
  • Im Wald lassen wir Beeren, Pilze und Pflanzenteile stehen.

 

 

4.5. Unser Tagesablauf

       Stand September 2012

 

6.30 – 7.30      Frühdienst

                      Die erste Erzieherin ist da.

                      Frühstücksvorbereitungen (Getränke, 

                      Geschirr, Obst, Saft, Tisch decken …)

                      Kinder helfen und spielen.

 

7.00/7.30         Die zweite/dritte Erzieherin ist da.

                      Die Zwerge schließen Ihre Tür.     

                      Morgenkreis mit Begrüßung, Geschichte,

                      Lied, Kreisspiel

 

bis 8.00           Frühstück

 

8.00/8.30         Die anderen Erzieherinnen  sind da.

 

Für die Zwerge & Käfer: 

         

8.00 - 10.45     Spiel, Angebote, Projekte, Spaziergang,

                      Aufenthalt im Freien

 

11.00 - 12.00   Mittagessen, Zähneputzen, Körperpflege,

                      Ausziehen, Geschichte zur Mittagsruhe

  

Für die Füchse:

 

8.00 – 11.15     Spiel, Angebote, Projekte, Spaziergang,

                      Aufenthalt im Freien

 

11.30 – 12.30   Mittagessen, Zähneputzen, Körper-

                      pflege, Ausziehen, Geschichte zur

                      Mittagsruhe

 

bis 14.00         Mittagsschlaf / Mittagsruhe

 

14.00 - 15.00   Anziehen, Körperpflege, Vesper

 

bis 17.00         Spiel, Aufenthalt im Freien

                      Angebote

 

 

4.6. Die Kinderversammlung

 

Vor gemeinsamen Festen, Vorhaben, zu wichtigen Fragen und zur Festlegung von Regeln wird eine Kinderversammlung einberufen. Hier können unsere Kinder durch eigene Erfahrungen Demokratie und Mitbestimmung lernen und sich an der Einhaltung von Gesprächsregeln üben.

 

  • Der Versammlungsleiter, der nicht unbedingt ein Erzieher sein muss, bestimmt einen Assistenten, einen Protokollführer, einen Zeitüberwacher und teilt mit worüber gesprochen wird und wie lange gesprochen wird. Es gibt auch die Möglichkeit, dass jedes Kind etwas zum Thema sagen darf. Der      Redestein geht dabei im Kreis herum.
  • Der Assistent teilt nach Anweisung des       Versammlungsleiters den Redestein aus.
  • Wer etwas zum Thema sagen will, hebt die Hand. Wer den Redestein in der Hand hält, darf reden.
  • Der Protokollführer schreibt oder malt ein Protokoll.
  • Der Zeitüberwacher hat die Uhr und beendet nach verabredeter Zeit, 5-15 Minuten, die Kinder-versammlung.

 

 

 

4.7. Portfolio & Entwicklungsbeobachtung

 

Die Erzieherinnen beobachten das Tun der Kinder. So wird der Interessen-, Entwicklungs-, Fähigkeits- und Fertigkeitsstand eines jeden Kindes wahrgenommen. Wir arbeiten mit den Stärken der Kinder und fordern und fördern durch gezielt gesetzte Impulse und Angebote. Beobachtungen finden gezielt statt und werden schriftlich festgehalten. Wir führen für jedes Kind ein Entwicklungsbuch (Portfolio). Jedes Kind wird mit dem Beobachtungsbogen „Validierte Grenzsteine der Entwicklung“ einmal im Jahr um den Geburtstag herum angeschaut, wenn die Eltern ihre Einwilligung dazu geben. Dem schließt sich ein Elterngespräch an, um die Entwicklung des Kindes gemeinsam zu besprechen.

 

 

4.8. Projektarbeit

 

Die Entwicklung eines Projektes orientiert sich an den Interessen und Ideen unserer Kinder und uns Erzieher oder folgt einem Impuls von außen. Kleine Anfangsideen und interessante Situationen, die das Interesse mehrerer Kinder treffen werden zu einem Projekt. Als Projekt bezeichnen wir Aktivitäten, die viele verschiedene inhaltliche Punkte berühren, die miteinander vernetzt sind. Immer dieselben Kinder arbeiten über einen längeren Zeitraum an einem Thema. Dies kann über Wochen, Monate und auch Jahre geschehen. Immer wieder wird das Thema aufgegriffen und vertieft, werden neue Anknüpfungspunkte gefunden. Projekte werden bildlich und schriftlich begleitet und angemessen präsentiert. Begleitet werden unsere Kinder durch mindestens eine Erzieherin.

 

Vom Oktober 2011 bis November 2012 arbeiten wir unterstützt vom Förderverein für Prävention und ganzheitliche Gesundheit symbioun e.V. an unserem Projekt „Was möchtest du? – Was möchte ich?

 

 

4.9. Ausflüge

 

Ausflüge ins Theater, zu Ausstellungen zu anderen Veranstaltungen und in die Schule, machen meist nur die älteren Kinder (5/6 Jahre). Sie stehen nicht immer im Zusammenhang mit unserer thematischen Arbeit. Sie werden von Erzieherinnen und Eltern begleitet. Unsere Kinder sind auch während der Ausflüge versichert.

 

 

4.10. Kuratorium

 

(Wichtige Themen, werden in einem Kuratorium behandelt, in dem Trägervertreter, Kommunalvertreter, Elternvertreter und die Leiterin zusammenarbeiten.) – ist angedacht, aber noch nicht umgesetzt!

 

 

4.11. Patenschaft und Kooperationen

 

Uns verbindet eine Patenschaft mit dem Biker-Stammtisch Ernstroda. Deren Mitglieder fühlen sich unserer Einrichtung besonders verbunden. Sie stehen uns bei Festen und Arbeitseinsätzen helfend zur Seite und beschenken uns zu besonderen Anlässen immer reichlich. Die älteren Kinder bereichern das jährliche Bikerfest mit einem kleinen Programm.

 

Ein Kooperationsvertrag besteht zwischen unserer Einrichtung und der Grundschule „Friedrich Buschmann“ Friedrichroda seit Januar 2008. Gemeinsam versuchen wir den Übergang von der Kita zur Grundschule für unsere Kinder zu gestalten.

 

 

4.12. Öffentlichkeitsarbeit

 

Wir sind gemeinsam mit unseren Eltern bemüht unser Haus und das Tun darin nach außen angemessen zu präsentieren. Dazu nutzen wir die Presse, Informationsflyer sowie kirchliche und öffentliche Feste. Mit unseren Kindern nehmen wir auch als Einrichtung am dörflichen Leben teil, besuchen Einkaufsmöglichkeiten, Kirche, Streichelzoo, Handwerker, Turnhalle, Gemeindebüro, Heimatstube… und sind auf Spazier– und Beobachtungsgängen im Dorf unterwegs.

 

 

 

5. Spielen in unserer Kita

    Das Spiel - vorrangige Aktivität & 

    Quelle des Lernens

 

Spielen ist Grundform des kindlichen Lernens. Spielen soll und muss die Hauptbeschäftigung der Kinder sein, im Kindergarten und zu Hause. Es gehört zur Kindheit und ist die wichtigste Form sich mit sich selbst und der Umwelt auseinander zu setzten. Kinder verarbeiten in ihrem Spiel, alles das was sie erleben, was sie bewegt, was ihnen wichtig ist. Sie erschließen sich so selbsttätig ihr Wissen von der Welt, entwickeln Fähigkeiten und Fertigkeiten, lernen Probleme zu lösen, gestalten soziale Beziehungen, entdecken und erforschen Neues. Spiel der Kinder ist immer erlebnisorientiert, weniger ergebnisorientiert.

Wir sehen unsere Aufgabe darin, das freie und selbst bestimmte Spiel unseren Kindern zu ermöglichen, es zuzulassen, es zu schützen sowie ausreichend Spielraum, Spielzeit und Spielmaterial zur Verfügung zu stellen. Durch die Vielfalt der Spielmöglichkeiten und durch die Begleitung der Erzieherinnen werden kognitive, soziale und emotionale Entwicklung sowie die Kreativität, die Fantasie und die Sprachentwicklung positiv beeinflusst.

 

 

5.1. Spielarten                                                          .

 

ROLLENSPIEL

 

Was will ich spielen? Mit wem? Wer ist wer? Ich möchte aber …!  Wir brauchen …!

                                          

gelernt wird u.a

Gedächtnis, Sprache, Beobachtungsgabe, soziale Beziehungen, Konfliktfähigkeit, Rücksichtnahme, Fantasie, Kreativität, Selbstwertgefühl, Motorik

 

 

BAU&KONSTRUKTIONSSPIEL 

                                                                                       

Was will ich bauen? Mit wem? Wo? Mit welchem Material? Wie sah das aus? Wie kann das gehen? Wie funktioniert das?       

                             

gelernt wird u.a

Gedächtnis, Wahrnehmung, Sprache, Kreativität, Fantasie, Forscherdrang, Interesse, Zielstrebigkeit, Wissen über Funktionalität, Feinmotorik,

Problemlösungen finden bei Störung, Zerstörung

 

DIDAKTISCHES SPIEL/REGELSPIEL

 

Was will ich spielen? Mit wem? Wo? Wie sind die Regeln? Wer beginnt?            

Ich habe es geschafft. Wer gewinnt?   Ich verliere!

 

gelernt wird u.a

 

Sprache, Konzentration, Zielstrebigkeit, Konfliktfähigkeit, Ehrlichkeit, Wahrnehmung, Gedächtnis, Feinmotorik, mathematische Fähigkeiten, Interesse, Spielspaß-Lernspaß, soziale Beziehungen

 

SING-,KREIS-,TANZ-,SPORTSPIELE  

 

Wie sind die Abfolgen und Regeln?

            

gelernt wird u.a

Freude an Musik und Bewegung, soziale Beziehungen, Gemeinschaftssinn, Motorik,

Koordination, Ausdauer, Kräfte messen, Sprache, musische Fähigkeiten

 

Alle Spielarten können auch im Freien gespielt werden.

 

 

6. Lernen in unserer Kita

 

Kinder wollen lernen. Sie sind aktive Gestalter ihres Lernens. Vom ersten Tag ihres Lebens probieren sie aus, wollen vieles selbst machen, alles begreifen und erforschen. Durch ihre eigene Erfahrung und im Zusammensein mit anderen Kindern und Erwachsenen erfahren und gestalten sie ihr Leben und ihre Umwelt. Dabei sind sie unermüdlich und ihr Tun fordert sie in ihrer ganzen Persönlichkeit. Kinder lernen ganzheitlich und ihre individuellen, kreativen, geistigen, emotionalen, sinnlichen, gemeinschaftsfähigen und sprachlichen Kompetenzen entwickeln sich dabei stets weiter.

Kinder haben die Grundlagen des Lernens in sich. Neugier, Fantasie und Lernfreude beflügeln sie und sie nehmen ihre soziale und sachliche Umwelt mit allen Sinnen wahr:

 

  • über die Sinne - das Riechen, Hören, Schmecken, Sehen, Tasten,
  • über die Bewegung und den Gleichgewichtssinn,
  • über die emotionale Wahrnehmung und das Wohlgefühl.

 

Jedes Kind nimmt anders wahr und das Wahrgenommene ist sehr komplex.

Unterschiedliche Wahrnehmungs- –und Ausdrucksweisen der Kinder zeigen sich in ihrer Kreativität. Kreativ sein bedeutet, individuelle Wege zu gehen, schöpferische Lösungen zu suchen, Fantasie zu entfalten, Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen.

Lustvoll forschend, handelnd, experimentierend, nach eigenen Strategien, allein oder mit anderen Kindern, durch Nachahmen, durch Erfolg und Misserfolg, Lob und Anerkennung machen die Kinder ihre eigenen individuellen Erfahrungen.

Man geht heute davon aus, dass der Bildungsgedanke Kinder als selbständige und unabhängige Persönlichkeiten begreift, die sich ihre Welt durch ihr eigenes Wahrnehmen, Fragen und Denken erschließen. Bildung bedeutet unter diesem Blickwinkel ein sich bilden.

 

Wir Erzieher sind den Kindern so nah, dass wir erkennen können, was die Kinder bewegt, was ihnen wichtig ist und was sie interessiert. Wir Erzieher beobachten aufmerksam und hören zu.

Unsere Kinder bekommen Erprobungsfelder, Impulse und Anregungen.

Die Umgebung der Kinder in unserem Haus und in unseren Räumen, ist so gestaltet, dass sie sich angesprochen fühlen, dass ihr Interesse geweckt wird und sie Lust bekommen die Welt zu entdecken. Jedes Kind hat Zeit in Ruhe über sein Tun zu entscheiden. Dies erfolgt im Rahmen gemeinsam bestimmter Regeln.

 

 

 

6.1. Sprache & schriftsprachliche Bildung

 

Sprache ist eine Schlüsselkompetenz. Sie ist in alle unsere Aktivitäten eingebunden. Sprache ist Voraussetzung für den Austausch von Erfahrungen, für Verständigung, für den Ausdruck von Gefühlen, Wünschen und Gedanken. Sprache bildet die Grundlage für die Aneignung von Wissen in allen Bereichen. Die Grundlagen des Spracherwerbs fallen in die ersten 4 Lebensjahre und sind nicht zu trennen von Raum - und Körpererfahrungen, nicht vom direkten Erleben und Erfahren. Vor dem Begriff kommt das Begreifen und vor dem Begreifen das Greifen.

Täglich wird bei uns gesprochen, bei jedem Tun. Kinder, Mitarbeiter, Eltern, Besucher sind in ständiger Kommunikation. Wir Erzieherinnen achten insbesondere darauf, dass wir uns jedem Kind sprachlich zuwenden und dabei den jeweiligen Entwicklungsstand sowie die sprachlichen Verständigungs- und Ausdrucksfähigkeit in Form von Körpersprache, Mimik, Gestik und Gefühlen berücksichtigen. Die Kinder, die sich wenig sprachlich äußern, erfahren besondere Zuwendung, Ermutigung und sprachliche Förderung. Alltagssituationen werden sprachlich angemessen begleitet. Die Kinder erleben durch das Erzählen von Alltagsgeschichten, von biblischen Geschichten und Märchen, durch das Bekanntmachen mit Versen, Tischgebeten, Fingerspielen und Liedern. Durch den Einsatz von Mimik und Gestik und verschiedenen Stimmeinsätzen lernen die Kinder wie facettenreiche Sprache und somit das Bild von der Welt ist. Beim Erzählen biblischer Geschichten geht es immer wieder um zentrale Lebensthemen, bei denen wir gemeinsam mit den Kindern versuchen einen aktuellen Bezug herzustellen. Beim Erzählen, Nacherzählen und Selbstausdenken von Geschichten anhand von Bildern, Bildfolgen und dem Erzählkoffer üben sie eigene Phantasien zu entwickeln und sprachlich einzubringen. Alle Projekte, Ausflüge, Erlebnisse aus Natur- und Sachwelt werden sprachlich begleitet, vor- und nachbereitet und so der Erfahrungs- und Sprachhorizont der Kinder erweitert. Unseren Kindern steht eine umfangreiche Bibliothek mit Büchern aus den Bereichen Natur- und Sachwissen, Religion, Märchen und Fantasie zur Verfügung. Durch Wiederholungen von Sprachwendungen, Geschichten, Versen und Liedern wird der Wortschatz der Kinder erweitert und das Sprachverständnis gefördert.

Zu wichtigen Fragen, Problemen, Unternehmungen, Vorhaben wird bei uns die Kinderversammlung einberufen. Hier können unsere Kinder ihre Wünsche und Meinungen äußern. Hier lernen sie insbesondere Gesprächsregeln kennen und einzuhalten. Sie erfahren wie hilfreich und wichtig es ist zuzuhören und andere ausreden zu lassen, andere Meinungen anzuerkennen, nicht zu stören sondern sich zu einigen.

In der Schreibwerkstatt und im Umgang mit dem Computer geht es um eine Begegnungen mit der Schriftsprache vor der Schule. Unser Anliegen ist dabei nicht deren korrekte Vermittlung, sondern vielmehr interessierten Kindern erste Berührungen mit Schrift möglich zu machen.

 

 

 

6.2.   Motorische& gesundheitliche Bildung

 

6.2.1.Bewegung heißt Entwicklung

 

Bewegung bedeutet voran zu kommen, der Mensch entwickelt sich. Über die Bewegung wird insbesondere die kognitive Entwicklung, also Sprechen und Denken, vorangebracht. Sie dient ebenfalls der Gesundheits-förderung, also verhindert Bewegungsstörungen und Bewegungsdefizite, Übergewicht, Herz - und Kreislauf-probleme. Über die Bewegung machen Kinder Erfahrungen mit der sozialen Umgebung, sie erleben andere Menschen, tun etwas mit anderen, können Absprachen treffen und sie machen Erfahrungen mit der natürlichen Umgebung, betreten Raum und begreifen Dinge. Dabei bekommen sie Vorstellungen von ihrem eigenen Körper, lernen eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten kennen und schätzen, spüren ihre Möglichkeiten und stoßen an ihre Grenzen. Wir bieten Kindern täglich vielfältige Möglichkeiten zu grob– und feinmotorischen Aktivitäten innerhalb und außerhalb unserer Einrichtung. So wird ihnen eine Vielfalt von selbst gewählten und angeleiteten Bewegungen ermöglicht und die Freude an körperlicher Aktivität geweckt, erhalten und gestärkt. Im Freien können starke Bewegungsbedürfnisse befriedigt werden. Uns ist es sehr wichtig, dass Kinder die Gelegenheit haben bei jeder Witterung auf dem Spielplatz, im Wald oder auf dem Spaziergang aktiv zu werden. Bei uns dürfen Kinder auf Kletterbäume klettern, durch Wald und Wiesen streifen, an einem kleinen Wassertümpel und an Pfützen platschen, spielen und auch schmutzig werden.

Mit den Füchsen gehen wir einmal pro Woche am Vormittag in die große Turnhalle.

Erzieher und Kinder planen gemeinsam dieses Sportangebot.

Für Kinder mit geringer Bewegungsmotivation und für bewegungsunsichere Kinder werden individuelle Angebote geplant und durchgeführt.

 

Spiele und Bewegungen zum Schulen von Grobmotorik und Feinmotorik, zum Trainieren von Gleichgewichtssinn, Geschicklichkeit, Beobachtungs- und Reaktionsfähigkeit, zum Erlangen von Kraft und Ausdauer, zum Erkennen der eigenen Grenzen:

 

krabbeln, robben, rutschen, laufen, springen, rollen, hangeln, klettern, werfen, fangen, haschen, mit Fahrzeugen fahren - besonders aber mit dem Roller und dem Fahrrad, schwimmen, malen, kneten, zeichnen, mit Besteck essen, Mandarine und Banane selbst schälen, sich selbst anziehen, Knöpfe und Reißverschluss schließen, fädeln, nähen, knoten, Schleifen binden, flechten, bauen, stecken, puzzeln, auf einem Bein stehen und hüpfen, ausräumen, einräumen, sortieren, sähen, pflanzen, ernten, schneiden, rühren, ein- schenken, zusammenfügen, auseinander nehmen, balancieren, toben, Zähne putzen, waschen + abtrocknen, Handtücher zusammenlegen...

 

 

6.2.2. Gesundheit und Körperpflege

 

Wir alle möchten gesund bleiben. Doch wir müssen auch etwas dafür tun.

Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Aufenthalt im Freien, Körperpflege, Hygiene, Ruhezeiten nach aktiven Phasen sind wichtige Punkte, die wir dabei berücksichtigen.

Wir versuchen auch in der kalten Jahreszeit einen Aufenthalt im Freien für jedes Kind zu erreichen, denn Temperaturreize sind für unser Immunsystem äußerst wichtig.

Bei der täglichen Körperpflege (Waschen, Zähneputzen, Eincremen, Kämmen) und bei der Hygiene (nach dem Toilettengang und vor dem Essen immer Hände waschen, zum Schlafen,Umziehen, Sauberwerden, sich beim Niesen und Husten von anderen abwenden) erlangen unsere Kinder Kompetenzen in Eigenständigkeit und Körperlichkeit. Diese Erfahrungen helfen ihnen ein positives Selbstbild und Selbstvertrauen zu erlangen (Ich kann das schon allein! Ich rieche aber gut! Mit dem Hocker kann ich selbst in den Spiegel schauen! Ich bin schick!).

Kleinere Verletzungen, wie Schürfwunden, Kratzer, Beulen versorgen wir sofort mit einem bunten Pflaster, einem Kühlakku, „Heilecreme“ und natürlich tröstenden Worten und Streicheleinheiten. Kleine Splitter und Zecken werden wenn möglich, nach telefonischer Rücksprache mit den Eltern sofort entfernt. Davon werden die Eltern bei der Abholung ihrer Kinder informiert.

Bei Unfällen, Fieber, Läusebefall, ansteckenden Bindehautentzündung, Infektionskrankheiten, Durchfall, Erbrechen müssen die Kinder einem Kinderarzt vorgestellt und mit einer ärztlichen Bescheinigung ihre Gesundung belegt werden. (siehe Merkblatt zur Belehrung gem. § 34 Abs. 5 Infektionsschutzgesetz). Bei Unfällen in der Kita werden wir schnell und effektiv handeln. Unfälle werden im Unfallbuch dokumentiert. Wir verabreichen keine Medikamente an Kinder.

In Kinderrucksäcken darf kein Medikament (auch kein Hustensaft, Nasentropfen o.ä.)aufbewahrt werden.

Auch wir Erzieher achten auf unsere eigene Gesundheit. Ein aktueller Impfspiegel, die Verwendung von Einmalhandschuhen und eine regelmäßige Fortbildung als Ersthelfer sind für uns selbstverständlich.  

 

 

6.2.3. Gesunderhaltung durch Kneipp

 

Einige Erzieherinnen haben 2004/2005 an einem Seminar „Ganzheitliche Gesundheitsförderung im Kindergarten, Hort und Heim“ des Kneipp-Bundes Thüringen teilgenommen.

Nun waren uns Kneipp und seine Lehren nicht neu und drei seiner Säulen die Lebensordnung, die gesunde Ernährung und die Bewegung schon immer Bestandteil unserer Arbeit. Einige neue Erfahrungen, die wir in dieser Fortbildung gesammelt haben, lassen wir in unsere Arbeit einfließen. Unsere Eltern erhalten am Anmeldetag einen informativen Elternbrief zu unserem Kneipp-Projekt mit der Einverständniserklärung zu den Wasseranwendungen in unserer Kita.

Kneipp-Wasseranwendungen werden im Kindergarten- bereich durchgeführt.

 

 

 

6.2.4. Mahlzeiten

 

Für unsere Kinder in der Einrichtung ist uns eine vollwertige gesunde Ernährung wichtig. Mit den Eltern, die für die Frühstücksverpflegung verantwortlich sind, besteht eine Vereinbarung für ein gesundes vollwertiges Frühstück mit etwas Obst oder Gemüse zu sorgen und ihrem Kind in einer Brotbüchse täglich frisch mitzugeben. Wir als Einrichtung reichen am Montag, dem Kneipp-Tag ein Obstfrühstück.

Unser abwechslungsreiches gutes Mittagessen bekommen wir vom Bistro & Partyservice „Am Köpfchen“ aus Emleben. Dieser Betrieb arbeitet nach neusten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen in der Kinderverpflegung. Gemüse, Rohkost oder Obst finden wir täglich auf unserem Speiseplan. Für Kinder, die an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden, wird das Essen speziell von einem Diätkoch zubereitet. Der Essenlieferant schließt für diesen Fall einen Vertrag mit den betroffenen Eltern. Der Essenlieferant und wir als Einrichtung garantieren für die Einhaltung der dabei zu beachtenden Vorschriften. Gibt es kein Nachtisch vom Essenlieferanten, reichen wir Gemüse oder Obst.

Für die Vesper sind wir als Einrichtung verantwortlich. Gelegentlich backen Kinder dafür einen Kuchen oder stellen einen Quark oder eine Joghurtspeise selbst her. Obst und Gemüse, Brote mit herzhaften und süßen Belägen, Kekse, Zwieback, Cornflakes, finden die Zustimmung unserer Kinder.

Unsere Festessen planen wir gemeinsam. Über das Einkaufen, Zubereiten, Anrichten und Servieren gibt es für viele Kinder Möglichkeiten zum Mittun.

Trinken ist lebensnotwendig. Unsere Erzieher achten darauf, dass die Kinder regelmäßig trinken und erinnern die Kinder daran. Bei uns stehen den Kindern zu jeder Zeit verschiedene Getränke zur freien Bedienung bereit (Fruchtschorlen, Wasser, ungesüßte Kräuter– und Früchtetees). Zum Frühstück und zur Vesper gibt es auch Milch, am Mittwoch Kakao. Die Kinder dürfen sich auch selbst bedienen.

Wir nehmen unsere Mahlzeiten in unserem Kindercafe oder im Sommer auch einmal im Freien ein. Wir versuchen unseren Kindern eine angenehme entspannte Atmosphäre während den Mahlzeiten zu sichern. Liebevoll gedeckte Tische, leise Tischgespräche, die Selbstbedienung aus verschiedenen Nahrungsangeboten bilden eine positive Tischkultur und gesunde Ernährungsgewohnheiten heraus.

 

 

 

 

6.2.5. Ärztliche Begleitung

 

Unsere Kinder werden viermal im Jahr von einer „Zahnschwester“ vom Kinder– und Jugendzahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes Gotha besucht. Sie zeigt und erzählt, wie die Kinder ihre Zähne gesund erhalten können.

Einmal im Jahr kommt die Jugendzahnärztin. Sie schaut in den Mund der Kinder, überprüft Zahnstellungen und Zahngesundheit und gibt Empfehlungen an die Eltern.

Vorschuluntersuchungen finden durch eine Ärztin vom Gesundheitsamt Gotha jährlich in unserer Einrichtung statt. Vor jeder Untersuchung werden die Eltern schriftlich informiert.

 

 

 

6.3. Naturwissenschaftliche & technische

       Bildung

 

 

Die Kinder erlangen Wissen über die belebte und unbelebte Natur, erforschen Vorgänge in der Natur, Eigenschaften von Stoffen und deren Umwandlung sowie die lebende Natur.

Aufkommende Fragen werden mit Experimenten und Theorie in Form von Büchern beantwortet. Die Kinder werden zu Forschern und Entdeckern. Sie setzen Werkzeuge als Mittel zum Zweck ein und erleben bzw. erwerben Wissen über die Zeit.

Beobachten, Ausprobieren und Experimentieren fördern die Neugier und daraus entstehen Wie-, und Warm-Fragen. Unsere Kita bietet dafür die optimalen Voraussetzungen in Bezug auf die naturnahe Lage und den Materialfundus.

Wir beschäftigen uns mit Tieren und Pflanzen in unserer unmittelbaren Erlebniswelt um die Kita. Dies geschieht auf vielfältige Weise:

 

  • Beobachten von Haustieren ( Streichelzoo, im Dorf) und Tieren des Waldes (Fütterung)
  • Projekte und Museumsbesuche
  • Beobachten von Veränderungen in der Natur-Wachstum zu den jeweiligen Jahreszeiten
  • Wald als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erleben - Beziehung zum Naturschutz
  • Schönheit der Natur erfahren durch Spaziergänge und Wanderungen
  • Belehrungen über giftige Pflanzen
  • Sammeln und Spielen mit Naturmaterialien
  • Experimente mit Naturmaterialien z.B. mit Wasser, Eis, Schnee, Sand usw. sowie verschiedene andere Materialien wie den Elektrobaukasten, Magnete, Uhren usw.
  • Anlegen von Beeten in der Kita von der Aussaat über die Pflege bis zur Ernte
  • Feiern von Festen im Jahreskreis

 

Die Kinder nehmen mit allen fünf Sinnen wahr und machen erste Erfahrungen mit dem Begriff Zeit:

 

  • lernen strukturierte Tagesabläufe
  • benutzen Zeitmessgeräte wie Sanduhren , Uhren
  • lernen und benutzen Zeitbegriffe – Tag, Woche, Monat, Jahr

 

Der Umgang mit verschiedenen Materialien und Werkzeugen gehört zum Tagesablauf, z.B.:

 

  • Sand, Knete, Steine, Holz
  • Luft (Blasen), Wind, Wasser
  • Licht und Feuer (Kerzen, erkennen von Gegensätzen wie kalt-heiß, hell-dunkel)
  • Umgang mit Werkzeugen: Hand als natürliches Werkzeug, Löffel, Messer, Gabel, Hammer, Schraubenzieher( kindgerecht ) zum Auseinanderbauen von ausgedienten Klein-Elektrogeräten – vorherige Belehrung zum Umgang mit Werkzeugen
  • Benutzung von Haushaltsgeräte ( Mixer, Saftpresse, Staubsauger, Föhn…..)
  • Nachbauen von Gebäuden und Geräten aus verschiedenen Materialien, Baukästen, Baumaterial, dabei erkennen die Kinder wichtige Zusammenhänge

 

Naturwissenschaftlich-technische Bildung vollzieht sich in Alltags- und Spielsituationen. Sie passiert immer. Die Kinder können sich Erwachsene als Vorbild und Ansprechpartner suchen, Literatur verwenden oder selbst kreativ werden durch Ausprobieren und Experimentieren und so zu Erkenntnissen gelangen.

 

 

 

6.4. Mathematische Bildung

 

 

Was ist Mathematik?

 

MATHEMATIK

 

Mathematik ist Rechnen und zählen-

Mathematik ist Sprache-

Mathematik ist ein Werkzeug-

Mathematik ist ein Hilfsmittel-

Mathematik ist Phantasie und Kreativität-

Mathematik ist überall-

                                                                     Kinderuni Wien

 

 

Mit Spiel Spaß und Phantasie entdecken die Kinder die spannende Welt der Mathematik.

Hierzu bieten sich im Kindergartenalltag unterschiedliche Möglichkeiten.

Wenn wir morgens den Kindergarten betreten, müssen wir uns im Haus orientieren. Dazu hilft es uns die Raumlage richtig zu erkennen und zu wissen wo ist oben, unten, neben, hinter, vor, rechts oder links, um an den gewünschten Ort zu gelangen.

Vor den Mahlzeiten helfen die Kinder das Geschirr abzuzählen und beispielsweise zum Mittag nach einem bestimmten Muster auf den Tisch zu stellen. Das Messer gehört rechts neben den Teller, die Gabel links und das Getränk an den rechten oberen Tellerrand.

In Würfelspielen erkennen die Kinder durch Zählen den Augenwert des Würfels, die Vorschulkinder können es zum Teil schon simultan erfassen.

Auch von unterschiedlichen Formen und Farben sind wir täglich umgeben, der Ball ist rund und rollt, Bausteine sind Quader oder Würfel haben rechteckige oder quadratische Seitenflächen und man kann prima damit bauen. Verkehrsschilder können rund, dreieckig, quadratisch, rechteckig oder achteckig sein und

Farben helfen uns nach bestimmten Mustern und Merkmalen zu sortieren.

Durch gezielte Lernangebote werden die Kinder jeden Tag zu kreativen Tätigkeiten angespornt und mit mathematischen Aktivitäten konfrontiert ob bewusst oder unbewusst.

 

Zum Beispiel:

 

  • Durch Mitmachgeschichten und Reisen ins Zahlenland lernen unsere Vorschulkinder Zahlenhäuser bis zur Zahl 10 zu bauen.    
  • messen und wiegen von Dingen,
  • entdecken wie schnell oder langsam die Zeit vergeht,
  • Geld kennenlernen und damit auch einkaufen gehen,
  • in Exprimenten unterschiedliche Dinge erforschen ( Mein Zylinder ist voll mit Schnee. Was passiert wenn er schmilzt? Läuft er dann über? Was rieselt schneller durch einen Trichter- Sand, Reis oder gar die Erbsen? u.v.m.),
  • basteln von Rechenketten und Schüttelkisten die uns beim Zusammenfassen oder Zerlegen von Mengen helfen.

 

 

 

 

6.5. Musikalische Bildung

 

Musik ist ein bedeutsames Kommunikations- und Ausdrucksmittel. Kinder sind bereits vor der Geburt von Tönen, Klängen, Geräuschen und Musik umgeben. Sie erfahren in  vertrauten Stimmen und Klängen Geborgenheit. Die eigene Stimme ist das persönliche Musikinstrument. Später begegnen Kinder der Welt der Musik mit Neugier und Faszination.

Selbst Töne auf verschiedenste Art und Weise zu er- zeugen, sich zu Melodien nach eigenen Möglichkeiten zu bewegen, die Wirkung von Musik in sich selbst zu spüren, ist Teil ihrer Erlebniswelt. Musik regt zur Kreativität und Fantasie an. Sie kann zur Entspannung,

Aufmunterung, Ausgeglichenheit beitragen, aber auch aufwühlen, aufputschen, aggressiv machen. Musik ist ein Medium, um sich nonverbal mitzuteilen, Gefühle und Gedanken zu äußern. Gemeinsames Singen und Musizieren macht Freude, verbindet, stärkt die personale

und soziale Kompetenz. Kognitive und sensomotorische Fähigkeiten der Kinder, werden durch das Vernetzten von Hören, Sehen, Fühlen und Bewegen geschult.

Musikalische Bildung ist mit Sprachlicher, Motorischer, Mathematischer und Künstlerisch- gestaltender Bildung eng verbunden.

 

Die Musik ist in unserem Tagesablauf fest verankert. Dies wird wie folgt freudig gelebt:

 

  • Singen und Vorsingen von Liedern aus dem kirchlichen und natürlichen Jahreskreis,zu Projekten, Aktionen, Situationen (Morgenkreis, Tischlied, während des Spaziergangs,bei Wartezeiten, vor dem Schlafen…)
  • Singen, Vorsingen, Hören von Keyboard – Musik, Bewegen nach Musik während der 14-tägigen Chorzeit mit Kantorin Frau Ellen Schwarz-Schertler
  • einige Erzieherinnen spielen selbst ein Instrument (Gitarre, Flöte)
  • Singen und Bewegen nach Tanz- und Kreisspielen („Im Garten steht ein Blümelein“, „Der Fuchs geht rum“, „Hoch am Himmel, tief auf der Erde“…)
  • Singen von musikalischen Fingerspielen („In dem Walde steht ein Haus“, „Klein Häslein wollt spazieren geh’n“)
  • Selbstproduzieren von Geräuschen mit Alltagsgegenständen (Bausteinen, Stöcken auf Kisten und Kartons, Löffel, Töpfe…
  • Kennen lernen von Musikinstrumenten, von Instrumenten des Klingenden Schlagwerks
  • Freies Musizieren mit Instrumenten des Klingenden Schlagwerks und selbstgebauten Instrumenten (Rasseln, Trommeln)
  • Hören, Erleben und Spielen von Klanggeschichten
  • Hören von Musikstücken, Liedern und Geschichten aus verschieden Genres („Die Moldau“, „Peter und der Wolf“, „Die vier Jahreszeiten“)
  • Besuch eines Kinderkonzerts
  • Malen und Gestalten nach Musik (kreative Umsetzung des Gehörten)
  • Bewegen nach Takt (3/4 Takt, 4/4 Takt, Tempo und Dynamik), (kreative Umsetzung des Gehörten im freien und angeleiteten Tun)
  • rhythmisches Bewegen nach Musik im Raum
  • sportliches Bewegen nach Musik

 

 

 

6.6. Künstlerisch gestaltende Bildung

 

 

 

 

 

 

 

 

           Zurzeit wird hier gearbeitet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6.7. Soziokulturelle, Moralische &

       Religiöse Bildung

 

Vielfältiges Miteinander kann unseren Kindern zeigen, wie Leben gelingen und wie unterschiedlich es sich gestalten kann. Erwachsene können durch ihr eigenes Verhalten Vorbild sein und durch ihr Verständnis für verschiedene Situationen den Kindern helfen soziale Kompetenzen zu erlangen. So kann Vertrauen wachsen und Selbstvertrauen entstehen.

Unser christlicher Glaube und unser Vertrauen auf Gott macht uns Mut gemeinsam unseren Weg zu gehen. In biblischen Geschichten erfahren unsere Kinder von Menschen, die ihren Weg gehen. Die Kinder hören Geschichten von Menschen, die Gott vertrauen und glauben, dass er sie begleitet. Gelingt es uns Brücken zwischen damals und heute zu schlagen, können unsere Kinder ein Gottvertrauen gewinnen, dass sie in ihrem Leben begleiten und stärken wird. Jedes Kind soll ein lebensoffenes Gottesbild erfahren, sich mit seinen eigenen Interessen bestätigt wissen und bestärkt werden. Wir wollen unsere Kinder auch befähigen, nicht nur allein, sondern zusammen mit anderen ihre Bedürfnisse zur Geltung zu bringen und Selbstsicherheit im Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln.

Durch unsere pädagogische Arbeit möchten wir unsere Kinder stärken, sich selbst im Mittelpunkt ihres Lebens zu sehen und trotzdem solidarisch und kooperativ zu handeln und Verhaltensweisen im Umgang miteinander anzuwenden, also z.B. andere mitspielen zu lassen Spielmaterialien zu teilen, sich abzusprechen, Konflikte zu lösen ohne zu schlagen, Regeln anzuerkennen, aber auch zu hinterfragen, anderen zu helfen und Hilfe anzunehmen, andere zu akzeptieren und zu achten, zu trösten und Rücksicht zu nehmen.

Wir unterstützten unsere Kinder darin, ein Teil unserer Gemeinschaft zu sein, seine eigene soziale Rolle zu finden, partnerschaftlich und gleichberechtigt mitein-ander umzugehen, verantwortlich zu werden für andere und so Gemeinschaftssinn und Zusammengehörigkeits-gefühl zu entwickeln. Wir zeigen unseren Kindern, wie man mit seinen Gefühlen wie Lust, Wut, Schmerz und Trauer umgehen kann, wie man sie zeigen und regulieren kann. Hat ein Kind das gelernt, so kann es auch Gefühle anderer Menschen anerkennen und verstehen und eine Beziehung dementsprechend aufbauen.

Wir akzeptieren persönliche Grenzen. Alternativen werden gemeinsam gesucht und ermöglicht.

 

 

 

 

6.7.1. Rituale und Orientierung

 

Kinder orientieren sich nach Abfolgen, weniger nach der Uhr. Ein immer gleicher Ablauf gibt ihnen Sicherheit und Vertrauen.

So finden die Kinder bei bestimmten Aktionen, wie z.B. dem Morgenkreis, der Kinderversammlung, den Geburts-tagsfeiern immer gleiche Rituale.

Feste Strukturen am Tag sind Essens– und Ruhezeiten.

 

 

6.7.2. Feste und Feiern

 

Feste feiern bringt schöne einprägsame Erlebnisse und stärkt unsere Gemeinschaft.

Mit den Kindern feiern wir Feste des kirchlichen Jahreskreises (Weihnachten, Ostern, Erntedank …), Feste, die zu bestimmten Projekten und Aktionen gehören (Sportfest, Wasserfest) Feste, zu denen die Öffentlichkeit eingeladen ist (Sommerfest, 10.11. Martinsfest), Geburtstagsfeste aller Kinder und Mitarbeiter und das Abschlussfest der Schulanfänger.

 

 

 

Anhang:

 

Aus der Fachzeitschrift „TPS“ wörtlich übernommen und in unserer Einrichtung tagtäglich zu erfahren:

 

 

WAS KINDER IM KINDERGARTEN LERNEN

 

Vieles von dem, was Kinder im Kindergarten lernen, tragen sie nicht vorzeigbar in der Hand mit nach Hause. Trotzdem haben sie dort eine Menge erfahren und gelernt – Qualitäten, die stark machen für das Leben.

 

Zwölf Beispiele für Lernerfolge im Kindergarten, die vielleicht nicht gleich ins Auge springen, dafür aber Kinder umso wirkungsvoller in ihrer Entwicklung unterstützen.

 

Du bist mir wichtig

In der altersgemischten Gruppe erleben sich Kinder mal groß, mal klein, mal stark, mal helfend, mal Hilfe suchend ... Solche eigenen Erfahrungen sind die Grundlage für gegenseitiges Verständnis und verantwortliches Handeln.

 

Ich habe Interesse

Kinderfragen werden aufgegriffen. Zusammen macht man sich auf die Suche nach Antworten. Wo Kinder in ihren Interessen erst genommen werden, entwickeln sie Freude am Lernen und Entdecken.

 

Ich begreife

Kinder lernen ganzheitlich. Sie wollen die Dinge nicht nur anschauen oder darüber reden. Sie wollen sie anfassen, daran riechen, schmecken, befühlen, damit experimentieren. Das ist im Kindergarten erlaubt und wird gefördert. Sinneswahrnehmungen sind die Grundlage für ein differenziertes Vorstellungs- und Denkvermögen. Deshalb haben Kinder zwar häufig

schmutzige Hosen und klebrige Hände. Aber nur so machen sie all die Erfahrungen, die sie später einmal in die Lage versetzen, in der Schule mit zu denken und Zusammenhänge gedanklich nachvollziehen.

 

Ich kann etwas

Sich selbst an– und ausziehen – die Schuhe selbst binden – darauf achten, dass der verlorene Hausschuh wieder gefunden wird – das verschüttete Getränk selbst aufwischen. Das sind die kleinen Schritte zur großen Selbstständigkeit.

 

Das will ich wissen

Die Triebfeder zum Lernen ist die Neugier. Und neugierig sind Kinder ganz gewaltig.

Dies ist im Kindergarten erwünscht und wird auch unterstützt.

 

Ich traue mich

Mit dem Messer schneiden, sägen, auf Bäume klettern – Kinder wollen die Dinge „echt“ tun und nicht nur im Spiel. Im Kindergarten dürfen Kinder kochen, backen, werken, pflanzen, eigene Ideen verwirklichen...

Zutrauen macht stark und motiviert.

 

Ich habe eine Idee

Bilder malen, werken, gestalten, musizieren, im Sand spielen, Geschichten spielen und erfinden ... Der Kindergarten bietet Zeit, Möglichkeiten und Freiheit für eigene Ausdrucksformen. Dabei entwickeln Kinder Eigeninitiative und Fantasie, verfolgen ihre Ideen, finden eigene Wege und Lösungen, werden erfinderisch und kreativ.

 

Das mache ich gern

Kindergartenalltag orientiert sich am Bedürfnis der Kinder. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Spiel zu. Spielen macht Spaß und was Spaß macht, das machen Kinder mit ganzem Herzen. Zeit zum Spielen ist Zeit, in der Kinder einer Sache mit Konzentration nachgehen und dabei Ausdauer und Durchhaltevermögen entwickeln.

 

Ich gehöre dazu

Mit anderen Zusammensein, heißt für Kinder vor allem mit anderen spielen. Gemeinsames Spielinteresse verbindet. Im Spiel planen Kinder miteinander, setzen sich auseinander, lernen sich behaupten, finden Kompromisse, schließen Freundschaften...

 

Ich habe was zu sagen

Einen Streit miteinander klären – erzählen, was man erlebt hat, zusammen einen Ausflug planen – nach der eigenen Meinung gefragt werden – sagen können, was man will und was man nicht möchte ... Das macht stark. Wer sich sprachlich ausdrücken lernt, kann sich mit anderen verständigen, wird nicht überhört oder übergangen.

 

Ich habe eine Aufgabe

Im Kindergarten übernehmen Kinder Aufgaben in der Gemeinschaft. Den Tisch decken, nach dem Spiel zusammen aufräumen, dem anderen beim Anziehen helfen, im Garten ein Beet anpflanzen und pflegen, sich um ein neues Kind kümmern ...

In kleinen Handlungen lernen Kinder, Verantwortung für andere und für eine gemeinsame Sache zu übernehmen.

 

Du wirst mir vertraut

Im Kindergarten treffen Kinder aus verschiedenen Elternhäusern, mit unterschiedlichem familiärem, kulturellem und nationalem Hintergrund zusammen. Was sich gesellschaftlich noch schwierig gestaltet, wird hier „im Kleinen“ oft schon selbstverständlich voneinander erfahren und miteinander gelebt.

 

 

aus: Theorie und Praxis der Sozialpädagogik

       Evang. Fachzeitschrift für die Arbeit mit Kindern

       Ausgabe 6/98